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Piña & Abaca


Sources - Quellen
Piña


Auf den Philippinen werden Hemden, Halstücher und andere traditionelle Kleidungsstücke aus einem hauchdünnen Material hergestellt, welches aus den Blattfasern der Ananaspflanze stammt.



Ananas comosus Merr.
Bromeliaceae
Ananas

Ursprünglich ist die Ananas jedoch kein asiatisches Gewächs. Die Kultur und Selektion für Frucht und Faser begann mit den Urvölkern des südostamerikanischen Regenwalds und der Karibik. Sie sind bekannt als 'Piña' und die Blätter mancher Sorten können 2m hoch werden! Bei den Ananas, welche die besten Fasern liefern, bleiben die Früchte klein und säuerlich und werden früh abgeschnitten.

piña aufbereitung
(foto aus Neu, Rainer & Marie-Paule)


Ananasfasern sind beige-weiss, weich, so fein und glänzend wie Haare. Ihre Gewinnung setzt extreme Ausdauer und Geübtheit voraus. Traditionell werden die Faserbündel mit Keramikscherben und Kokusnussschalen aus den Blät


Im 19. Jahrhundert erlebte die Piñaweberei auf den Philippinen durch den Einfluss der Spanier eine Blütezeit und die Piñatextilien waren international gefragt. Die Einführung billiger Baumwollgewebe übernahm den ganzen Markt für feinen Stoff, auch in den Philippinen, und mit dem Ausbau von Zuckerrohrplantagen verlor die Piñaindustrie an Bedeutung. Dies ist noch ein Beispiel für das Aussterben faszinierender Naturkenntnisse durch den Einfluss des 'Westens'. Heute gibt es Kooperativen zur Wiederbelebung traditionellen Handwerks, welche teilweise durch Entwicklungsgelder unterstützt werden.




Abaca

Abaca
Manila Hanf, Faserbanane

Der auf den Philippinen beheimatete Manila-Hanf liefert leichte, feste Fasern, die gegenüber Meerwasser sehr widerstansfähig sind. Gewonnen werden sie aus der faserhaltigen Aussenschicht der Blattscheiden, welche den Scheinstamm der Bananenpflanze bilden. Nach dem Ablösen des fleischigen Blattgewebes werden die Fasern zum Trocknen und Bleichen an die Sonne gehängt.




Musa fasern

Aus den schwerverrottbaren Abacafasern werden schwimmfähige Schiffstaue und Fischernetze, Hängematten, Taschen, Teebeutel und das sehr wertvolle Manilapapier hergestellt.

Auf der politisch und sozial sehr instabilen südphilippinischen Insel Mindanao beschäftigen sich verschiedene Entwicklungsprojekte mit Gemeinden, die am Rande des Regenwalds leben. Um der Abholzung für den Anbau von Reis entgegen zu wirken, werden die Kultivation und die Verwertung von Abaca und Rattanpalmen (Calamus rotang) gefördert. Die Faserbanane eignet sich als schattenspendende Zwischenkultur in Kaffeeplantagen und gehört als 'non-timber' Waldprodukt zu einer ökologischen und öKonomischen Nutzung der Waldfläche.