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Sources - Quellen
Hanf


Hanffeld en Suisse

Die Geschichte dieser uralten Nutzpflanze reicht weit in die Jungsteinzeit hinein. In Taiwan fand man 12000 Jahre alte Scherben primitiver Tongefässe, in deren Oberfläche Muster mit Hanfschnüren eingedrückt waren. Cannabis war spätestens seit 2700 vor der Zeitrechnung in allen Kulturen der alten Welt zu finden und wurde wegen seiner vielfältigen Verwendbarkeit als Nahrungsmittel-, Öl- und Faserlieferant, sowie als Medizinal- und Schamanenpflanze sehr geschätzt. In der Römerzeit und während des Mittelalters wurde Hanf zu Schiffstauen und Segeltuch verarbeitet, aber auch zu Stoffen für Bettwäsche und Kleider. In der ersten Papierfabrik Europas (1150 gegründet) wurden Hanffaser eingesetzt. Hanf blieb in vielen Ländern ein wichtiges Rohmaterial und die Hanfindustrie blühte bis ins letzte Jahrhundert.



Hanffasern zeichnen sich vor allem durch eine hohe Reissfestigkeit aus, die in nassem Zustand sogar noch höher ist. Obwohl sie oft nur als grobes Seil oder schwerer Stoff bekannt ist, stellte man früher auch sehr feine Hanfgewebe her. Heute wird die Faserpflanze auch zu verschiedenen Baumaterialien verarbeitet, aber vielleicht liegt ihr wichtigster Einsatz in der Papierherstellung. Papier aus Hanf zeigt besondere Haltbarkeit und eine spezielle Affinität für Tinte.

Hanffaser

Nachwachsende Rohstoffe gehören zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Hanfanbau gibt nicht nur umweltverträgliche Produkte, sondern kann in einen gesunden Kreislauf von Land und Wirtschaft integriert werden. Auch ohne Einsatz von Chemie ist Cannabis sehr produktiv. Im Vergleich zur Waldwirtschaft kann der Hanfanbau viel mehr Zellstoff pro Hektar bieten. Richtige Fruchtfolge und ein Rösten der Hanfstengel auf dem Feld tragen sogar zu einer Bodenverbesserung bei. Samen der Pflanze liefern ein sehr nahrhaftes Speiseöl, welches weiter zu hochqualitativen, biologisch abbaubaren Schmierstoffen und Maschinenölen raffiniert werden kann.

Obwohl die Vorteile des Anbaus und des Einsatzes der vielfältig verwendbaren Pflanze einst sehr geschätzt wurden, ist Hanf jetzt weniger in Produktion. Innerhalb des letzten Jahrhunderts ist weltweit der Anbau der Hanfpflanze durch die Drogen- und Handelspolitik der USA unterdrückt worden, obwohl Faserhanfsorten nahezu keine narkotischen Wirkstoffe enthalten und für den Rauchgebrauch nicht geeignet sind.

Cannabis sativa L.
Cannabaceae
Hanf

Der einjährige Nutzhanf stammt aus Zentralasien. Er ist zweihäusig, das heisst es gibt weibliche und männliche, seltener zwittrige Pflanzen. Je nach Sorte erreicht der Hanf eine Höhe von 1,4 bis über 5 Metern. Die Kultur von Hanf ist einfach, da er weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist, benötigt aber nährstoffreiche Böden und eine richtige Fruchtfolge. Die Stengel enthalten sehr starke, grobe Fasern, die Samen ein wertvolles Öl. Die männlichen Pflanzen reifen früher und liefern die besten Fasern.
Raucherhanf ist nicht dieselbe Pflanze. Er gehört auch zu Cannabis sativa, wurde jedoch durch Selektion und Züchtung des indischen Hanfs (Cannabis indica) und verschiedenen Wildformen zu einer anderen Kultur entwickelt. Die Blütenstände weiblicher Pflanzen liefern ein psychoaktives Harz.

Männliche Hanfblüte