In der lebenden Pflanze existiert Indigo als farblose Substanz, die sich aus Zucker und Indoxyl zusammensetzt. Die krautigen Teile der Pflanze werden in Wasser eingelegt oder kompostiert, dabei werden die Zucker durch die Aktivität von Mikroorganismen zerlegt. Indoxyl wird freigesetzt und durch Belüftung mit Sauerstoff gebunden (Oxidation), wodurch Indigoblau entsteht.
|
Die einfache Indigopräparation beinhaltet eine aufmerksame Kompostierung des Pflanzenmaterials. Durch die Fermantation verringert sich die Masse, zu der Asche oder Kalk gemischt wird. Daraus werden dann handgrosse Ballen geformt und getrocknet. Diese Indigokuchen wurden von prähistorischen Kulturen in Mittelamerika, Afrika, Asien und Europa zur Blaufärbung verwendet. Auch heute noch wird diese Art der Indigogewinnung in Japan, Westafrika und Nordmexiko praktiziert. |
primitives Indigopräparat aus Mali |
reines Indigopigment aus Südindien |
Die volle Indigoextraktion produziert einen feineres konzentriertes Indigopigment. Hierzu wird das Pflanzenmaterial in grosse mit Wasser gefüllte Becken über Nacht zur Fermentation eingelegt. Die entstandene Lösung wird in ein zweites Becken abgelassen und voll Luft geschlagen, wobei das enthaltene Indoxyl mit Sauerstoff bindet und als Indigoblau ausflockt. Dies wird als Paste oder getrocknete Kuchen benutzt. In China, Indien, Guatemala und Mexiko wird Indigo noch auf diese Weise hergestellt. |