Gossypium arboreum L., G. herbaceum L.
Malvaceae
Alte-Welt-Baumwolle
Gossypium herbaceum und G. arboreum sind sehr nahe miteinander verwandt und stammen beide von der afrikanischen Urbaumwolle G. herbaceum var. africanum ab. Schon vor 5000 Jahren wurde G. arboreum im heutigem Gujarat angebaut und wird immer noch in Südindien kultiviert. Formen von G. herbaceum wurden im persischen Raum entwickelt und über Pakistan, Indien und China verbreitet.
Als mehrjährige Sträucher wachsen diese Baumwollarten noch verwildert in Afrika und Asien. In Kultur werden sie aber meist einjährig angepflanzt. Heute werden diese kurzhaarigen Sorten noch in Indien und Pakistan angebaut, jedoch nimmt Ihr Gebrauch immer mehr ab. Sie können nur mit den modernen Züchtungen konkurrieren, wo der Anbau ohne Bewässerung erfolgt. Im Gegensatz werden einheimische Sorten in China bevorzugt, da sie eine frühere Reife und bessere Kälteresistenz zeigen.
Gossypium herbaceum |
Gossypium arboreum |
Gossypium barbadense L., G. hirsutum L.
Malvaceae
Neue-Welt-Baumwolle
Durch genetische Untersuchung ist nachgewiesen worden, dass diese Pflanzen aus Kreuzungen der afrikanischen Urform Gossypium herbaceum var. africanum mit amerikanischen Wildformen stammen. Unbekannt ist, wie die afrikanische Genetik nach Amerika gelangte. In Peru wurde Gossypium barbadense vor über 4000 Jahren domestiziert, Gossypium hirsutum bereits 1000 Jahre davor in Mexiko. Aufgrund ihrer Faserqualitäten und Ertragshöhen bilden Varietäten und Kreuzungen dieser beiden Arten den grössten Anteil des weltweiten Baumwollanbaus.
Baumwolle wächst zu einem mehrjährigen Strauch heran, wird jedoch fast ausschliesslich einjährig kultiviert. Baumwollarten aus der Neuen Welt geben wesentlich höhere Erträge als die aus der Alten Welt und besitzen eine feinere Faser mit Längen bis über 50mm. Diese Baumwollarten benötigen eine regelmässige Wasserversorgung, welche vielerorts durch künstliche Bewässerungssysteme erfolgt. Ihre Sorten und Hybriden stellen den Hauptanteil der kommerziell produzierten Baumwolle dar. Die Pflanze ist sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten und braucht in konventionellem Anbau die meisten Herbizide und Pestizide im Vergleich zu anderen Pflanzen.
Gossypium barbadense "Peruvian Brown" |
Gossypium hirsutum var. punctatum |