botanicolor

die ethnobotanik
der farben und fasern

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Faserpflanzen

Pflanzenfarben

Geschichte des Färbens
Indigo Blau
Indigoextraktion
Indigopflanzen
Indigofärben
Gelbfärben
Gelblieferanten
Rotfärben
rote Wurzeln
rote Insekten
Grünfärben
börkenbraun
Schwarzfärben
Soda & Seife
Alaun, Eisen, Dung

Sources - Quellen
Einfache natürliche Waschmittel wurden aus verschiedenen Pflanzen, von Pflanzenaschen, Mineralien und spezieller Erde gewonnen.

Saponaria sp., Yucca sp., Agave sp. und viele andere enthalten Stoffe in ihren Rhizomen, Blättern oder Früchten, die als Waschmittel eingesetzt werden. Die Eingeborenen vieler Länder nutzten solche Naturprodukte zur Reinigung von Haaren, Wolle und Pflanzenfasern. Echte Seife ist eine Kombination von alkalischen Substanzen mit Fett oder Öl.

Handwäsche, SüdIndien

Einige der ältesten erhaltenen Zeugnisse mesopotamischer Siedlungen, in Keilschrift beschriebene Tontafeln, berichten detailliert über die Textilindustrien vor mehr als 4000 Jahren vor unserer Zeit. Mit beinhaltet sind Rezepte für Seife aus Palm- und Rizinusöl mit Pottasche, Soda und Harz. Wollwäscher im biblischen Palästina brannten das getrocknete Kraut des Queller (Salicornia sp.), eine Pflanze reich an Soda, für die Gewinnung ihres Waschmittels. Der Begriff 'alkalisch' stammt von dem arabischen Wort 'al-quali' (Pflanzenasche) und dem Stammwort mesopotamischer Texte 'kalati' (gebrannt) ab.




Zur Römerzeit beschrieb Plinius die Herstellung von Seife nach deutschen und gallischen Rezepten. Enthalten waren tierische Fette, Extrakte aus Buchen (Fagus sp.), Pflanzenasche und Kalk. Während die Römer scheinbar keine Seife benutzten, unterschieden die sogenannten Barbaren sogar zwischen harter und weicher Seife, jenachdem ob sie die Asche von gebrannten Landpflanzen oder von Meeresalgen (Fucus vesiculosus, F. nodosus) verwendeten. Später im 12. Jahrhundert spielten die regionale Versorgung mit Olivenöl und Aschen von Algen aus dem Mittelmeer für die Seifenproduktion der französischen Stadt Marseilles eine grosse Rolle. 'Savon du Marseilles' ist heute noch weltbekannt.

Saponaria officinalis L., S. ocymoides L.
Caryophyllaceae
Seifenkraut

Jeremiah (II:22) " For though thou wash with nitre, and take thee much borit herb, yet thine iniquity is marked before me... " Seifenkraut-Arten wurden zu biblischer Zeit von Europa bis Persien genutzt. Diese wurden unter anderem zum Waschen von Haaren und Wolle benutzt. In den Wurzeln sind Saponine enthalten, natürliche Seife mit erstaunlicher Reinigungskraft.

Saponaria officinalis

Soda, Natriumkarbonat, wurde in der Glas-, Glasur- und Email-Herstellung, sowie zum Bleichen von Textilien verwendet. Es ist Wichtig zur Reinigung von Baumwolle. Gemischt mit Tonerde oder Talg ergibt Soda eine grobe Seife. Fullererde enthält Soda und wird aus trockenen Flussbetten gesammelt. Sie besitzt fettlösende Eigenschaften und wird heute noch in Indien beim Färbe- und Waschprozess benutzt.

das Sodabad

Bevor der Färbeprozess beginnt, werden die Baumwollfasern gründlich gereinigt, um frei von allem Baumwollsamenöl in die Beize oder die Farbe zu kommen. Baumwolle muss in einer starken Sodalösung bis zu sechs Stunden lang gekocht werden.

Die Wirkung von fermentiertem Urin als alkalische Substanz ist wie eine Ammoniakseife, welche nützlich ist zum Waschen und Bleichen von Stoff. In allen primitiven Kulturen, in Ägypten, Rom und im mittelalterlichen Europa wurden Gefässe in der Öffentlichkeit aufgestellt, um Urin zu sammeln. Damit wurden auch Indigofarbbäder angesetzt. Es ist merkwürdig, dass heute in den 'entwickelten' Ländern Urin als unrein angesehen wird, obwohl er tausende Jahre lang für seine reinigenden Eigenschaften geschätzt wurde.